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Bürgermeister überraschte Gäste in der Patronatskirche mit einer guten Botschaft

FRANK PECHHOLD 
"Unsere Feuerwehr muss nicht in ein Zelt ziehen, sondern kann ihr Gerätehaus weiter nutzen". Mit dieser guten Botschaft überraschte Bürgermeister Herbert Burmeister (Linkspartei/PDS) Freitagabend die Gäste auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Schulzendorf in der Patronatskirche. Damit scheint der seit Jahren schwelende Streit mit einem im Recht befindlichen Nachbarn beigelegt zu sein. Im Jahr 1998 bekam die Freiwillige Feuerwehr Schulzendorf ein neue Gerätehaus. Ein Nachbar hielt die vom Landkreis erteilte Baugenehmigung für rechtswidrig und klagte vor dem Verwaltungsgericht Cottbus. Einer der Hauptgründe war die übermaßen hohe Lärmbelästigung. Obwohl die Kameraden vieles unternahmen, um dem Lärm zu reduzieren, ging der Streit in die nächste Instanz. Hier erhielt der Nachbar Recht. Darauf hin erteilte der Kreis der Gemeinde die Auflage, den Dienstbetrieb in der Feuerwache bis 13. Februar 2007 einzustellen. Wäre es dabei geblieben, hätte die Wehr in ein für rund 82 000 Euro beschafftes, rund 600 Quadratmeter großes Zelt ziehen müssen. "Umso mehr freue ich mich, heute verkünden zu können, dass das Problem so gut wie gelöst ist. Wir haben das Grundstück der Kläger am 3. Januar erworben" , sagte Bürgermeister Burmeister auf dem Empfang. Grundlage für den notariell beglaubigten Kaufvertrag ist ein mit Klaus Löwe (SPD), Vorsitzender der Gemeindevertretung, gefasster Eilbeschluss. Dieser Beschluss bedarf noch der Billigung der Gemeindevertretung, die am 7. Februar tagt. Eine Zustimmung scheint sicher. "Das hatten wir insgeheim gehofft", so Wehrführer René Keller. Allerdings wären auch alle Kameraden mit ins Zelt gezogen. Grundsätzlich halte er es für richtig, "wenn sich der Kreis an den Kosten für den Grundstückskauf beteiligt." Schließlich habe der Kreis die fehlerhafte Baugenehmigung für das Gerätehaus erteilt. Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Burmeister. "Wir sind heilfroh, dass die Schulzendorfer Kameraden nicht ins Zelt ziehen müssen", so Carl-Heinz Klinkmüller (CDU), Beigeordneter des Landrates. Betreffs einer Beteiligung des Kreises an den Kosten für den Grundstückskauf müsse man sehen, "wie wir aus der Nummer raus kommen."
Mit Erstaunen nahm Joachim Kolberg die Nachricht von dem abgeschlossenen Kaufvertrag auf. "Um einen Kaufvertrag erfüllen zu können, braucht man Geld", meinte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Noch wäre der Haushaltsplan 2007 nicht beschlossen worden. Ungeachtet dessen sei er gern bereit, dem Kaufvertrag zuzustimmen. Kolberg: "Auch ich bin froh, wenn dieses leidige Thema vom Tisch ist."


Quelle: Märkische Allgemeine
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