Jahresbericht 2008

Gemeindegebiet und Tätigkeitsfeld

Unsere Gemeinde Schulzendorf umfasst ein Gebiet von 9,1 km² und hat über 7500 Einwohner.

Die Infrastruktur der Gemeinde hat sich in den letzten Jahren stetig verbessert, dies erleichtert auch unsere Einsatztätigkeit im Gemeindegebiet.

Allerdings hat sich auch das Gefahrenpotential innerhalb der Gemeinde erhöht.

Als Gefahrenobjekte kamen im Jahr 2008 hinzu:

  • das Pflegeheim „Wilhelm Busch“ in der Herweghstraße
  • das Ortszentrum in der Ernst-Thälmann-Str.

Zusätzlich ist unsere Feuerwehr Schulzendorf auch überörtlich in die Alarm- und Ausrückeordnungen andere Feuerwehren integriert.

Hierzu zählen:

  • die Gemeinde Eichwalde (2. Abmarsch)
  • die Flughafenbaustelle (1. Abmarsch)
  • der Flughafen (1. Abmarsch)
  • die BAB 113 (1. Abmarsch)
  • die BAB 117 (1. Abmarsch)

 

Auch sind wir in diesem Jahr wieder in die Brandschutzeinheit „Waldbrand“ mit der LF16-TS aufgenommen worden.

Erstmals in 2008 wurden im Landkreis Dahme-Spreewald „Waldbrandschwerpunkte“ gebildet, die die einzelnen Ausrückebereiche in waldbrandgefährdeten Gebieten darstellen.

In 7 von insgesamt 14 Schwerpunktgebieten kommen auch wir im 1. bzw. 2. Abmarsch in Tätigkeit.

Durch die Stationierung der Fahrzeuge „ABC-Dekon“ und „ABC-Erkunder“ innerhalb unserer Wehr sind für die Gefahrenabwehr im ABC-Einsatz für den gesamten Landkreis Dahme-Spreewald zuständig.

Personelle Stärke und Struktur

Auch nach der Novellierung des Brandschutzgesetzes zum brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes ist die Gemeinde Schulzendorf der Aufgabenträger und hat eine leistungsfähige, den örtlichen Begebenheiten angepasste, Freiwillige Feuerwehr zu unterhalten.

Mit einem Mitgliederstand zum 31.12.2008 von 54 aktiven Mitgliedern haben wir immer noch nicht unsere Sollstärke von 67 Kameraden, gem. Fahrzeugbestand, erreicht.

Aber das Jahr 2008 hat auch gezeigt, dass wir auch noch Mitglieder gewinnen können, die nicht aus der Jugendfeuerwehr überwechseln.

Mit dem Neueintritt von 2 Kameraden konnten wir unsere Truppe verstärken.

Die Jugendfeuerwehr bleibt aber auch weiterhin der große Garant für gut ausgebildeten Nachwuchs zum aktiven Dienst.

Im Jahr 2008 konnten wir 1 Kameraden übernehmen.

Die Altersstruktur unserer Freiwilligen Feuerwehr zeigt auf, dass sich die Verjüngung der Kameraden fortsetzt.

Eine recht junge Altersstruktur stellt eine starke Truppe dar, doch bringt sie auch viel Veränderung mit sich, denn die Lebenswege eines jeden Kameraden ändern sich meistens bis zum 30. Lebensjahr durch Ausbildung, Studium, Beruf. Daher ist hier noch mit einer Fluktuation zu rechnen, die unsere positiven Mitgliederzahlen schmälern lässt.

Unserer Ehrenabteilung gehören 6 Kameraden an.

Bestandsübersicht der Fahrzeuge:

Zum 31.12.08 waren folgende Fahrzeuge im Bestand unserer Feuerwehr:

  • 1 Einsatzleitwagen Baujahr 2003
  • 1 Mannschaftstransportwagen Baujahr 1998
  • 1 Tanklöschfahrzeug Baujahr 1995
  • 1 Löschgruppenfahrzeug (LF16-TS) Baujahr 1992
  • 1 Löschgruppenfahrzeug (LF 16-W 50) Baujahr 1978
  • 1 Hilfsrüstwagen Baujahr 1978
  • 1 Feuerwehranhänger Baujahr 1998
  • 1 ABC-Dekon-LKW Baujahr 2000
  • 1 ABC-Erkundungsfahrzeug Baujahr 2002

Die lang erwartete Ersatzbeschaffung für den Hilfsrüstwagen kann endlich im Jahr 2009 realisiert werden.

Die Ansparung von Mitteln erfolgte über 5 Jahre und so konnte im letzen Jahre die Ausschreibung über eine Hubarbeitsbühne auf den Weg gebracht werden.

Der avisierte Liefertermin liegt im Juni 2009. Das neue Fahrzeug wird dann weiterhin zur technischen Hilfeleistung eingesetzt.

Allerdings zeigt uns auch die Aufzählung der Baujahre des Tanklöschfahrzeuges und des Löschgruppenfahrzeuges (LF16-TS) auf, dass wir auch hier in 6 Jahren (TLF) und in 3 Jahren (LF16-TS) eine Ersatzbeschaffung vornehmen müssen.

Da wir nicht im Förderprogramm des Landes berücksichtigt werden, wir wurden nicht als Stützpunktfeuerwehr anerkannt, ist die Finanzierung durch den Aufgabenträgen vorzunehmen.

Leider liefen unsere Bemühungen einen jährlichen Ansparbetrag von 50.000 € in den letzten 2 Jahren im Haushalt einzustellen fehl. Doch die Zeit drängt und wir bitten Sie Herr Bürgermeister und die Herren Gemeindevertreter sich der Sache anzunehmen.

Wir müssen hier mit einer Investition von jeweils 250.000 – 300.000 € rechnen.

Ausbildung

Auch im Jahr 2008 liegt der Schwerpunkt unserer Feuerwehrarbeit in der Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden. Dabei bedienen wir uns an den durchgeführten Übungsdiensten, an Lehrgängen der Landesschule und Technischen Einrichtung für Brand- u. Katastrophenschutz sowie der Kreisausbildung im Landkreis Dahme-Spreewald.

Die Beteiligung an den Übungsdiensten hat sich erfreulicher Weise gegenüber den letzten Jahren erhöht.

Im letzten Jahr wurden besonders die neuen und jungen Kameraden auf Kreisebene ausgebildet. Aller Lehrgänge, wie Grundausbildung, Truppführer, Atemschutz und Sprechfunker wurden von den Kameraden erfolgreich abgeschlossen.

Auch wurde ein Augenmerk zur Ausbildung weiterer Maschinisten gelegt. So nahmen 4 Kameraden am Kreislehrgang „Maschinist für Löschfahrzeuge“ teil.

Die Lehrgänge, die wir seitens der Landesschule angeboten bekommen haben, konnten auch alle belegt werden und wurden erfolgreich abgeschlossen.

Hier sind besonders die Lehrgänge:

Technische Hilfeleistung

  • Maschinist für Drehleitern
  • Gruppenführer
  • Führer von Verbänden

 

zu erwähnen.

Nicht vergessen werden darf dabei auch die Teilnahme von 2 Kameradinnen und einem Kameraden an der monatlichen Ausbildung am ELW II des Landkreises in Luckau.

Einsatzstatistik

Im Jahr 2008 wurde die Freiwillige Feuerwehr zu insgesamt 58 Einsätzen alarmiert.

Dies sind insgesamt natürlich erheblich weniger Einsätze als im Jahr 2007. Hier hatten wir bereits im Januar 2007 66 Einsätze zu verzeichnen, die durch den Sturm Kyrill entstanden sind.

Die Gesamtdauer aller Einsätze 2008 betrug 120,01 Stunden.

Die Einsätze gliederten sich wie folgt auf:

13 Brandeinsätze mit:

  • 4 Kleinbränden a
  • 4 Kleinbränden b
  • 4 Mittelbränden
  • 1 Wohnungsbrand

17 Fehlalarmierungen mit:

  • 4 blinden Alarmen
  • 1 böswillige Alarmierung
  • 12 Brandmeldeanlagen

28 Technische Hilfeleistungseinsätze mit:

  • 1 Gefahrguteinsatz
  • 6 Öl auf Straße
  • 3 Verkehrsunfälle
  • 5 Menschen in Not
  • 1 Tierrettung
  • 1 Ausströmendes Gas
  • 8 Sturmschäden
  • 3 Sonstige Einsätze

Bei den Brandeinsätzen handelte es sich vor allem um Waldbrände in den heißen Wochen des letzten Jahres, die durch Brandstifter gelegt wurden.

Hier kam es häufig zu mehreren Alarmierungen an einem Tag.

Durch die hier stationierten ABC-Einheiten „Dekon“ und „Erkunder“ wurden wir im letzen Jahr auch zu einem Gefahrgutunfall auf der BAB 13 hinzugezogen, wo wir die Dekontamination der Einsatzkräfte vorgenommen haben.

Die Verteilung der Einsätze ist im Jahr 2008 sehr ausgeglichen erfolgt.

Außer im Bereich des Sommers gab es durch die Waldbrände vermehrte Alarmierungen.

Die Einsatzhäufigkeit im Vergleich zu den einzelnen Wochentagen setzt sich, wie auf dem Schaubild dargestellt, zusammen.

Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden wir auch am Wochenende vermehrt alarmiert.

Das große Problem von Freiwilligen Feuerwehren ist die Verteilung der Einsatzzeiten auf die Tageszeit.

Auch 2008 ereigneten sich die meisten Einsätze am Tage, in der Zeit, wo die alle Kameradinnen und Kameraden berufstätig sind. Fast alle unsere Mitglieder arbeiten nicht im Ort und können somit nicht am Einsatzgeschehen mitwirken.

Dennoch ist es uns gelungen, die Tageseinsatzbereitschaft stetig zu steigern. In 2007 gab es Alarmierungen, da kamen nur 3 Kameraden zusammen.

Im letzten Jahr konnten wir die Gesamtstärke im Durchschnitt auf eine Gruppe (1/8) erhöhen. Es gab im letzten Jahr auch Einsätze, da kamen 17 Kameraden um 11.00 Uhr an einem Wochentag zusammen.

Hier macht sich natürlich auch die Übernahme der Kameraden aus der Jugendfeuerwehr bezahlt, die teilweise von der Schule zum Gerätehaus eilen.

Im letzten Jahr mussten wir erfreulicherweise keinen einzigen Kameraden unter Atemschutz zur Brandbekämpfung oder zum Gefahrguteinsatz einsetzen.

Doch gerade dadurch muss verstärkt in die Aus- und Weiterbildung Zeit investiert werden, denn ohne Einsatztätigkeit fehlt die Routine, die ein späterer Einsatz abverlangt wird.

Sonstige Aktivitäten

Jährlich startet das zusätzliche Programm innerhalb unserer Feuerwehr mit der Organisation des Osterfeuers, das wir auch im letzten Jahre gemeinsam mit dem Feuerwehrverein ausgerichtet haben.

Im Rahmen der Brandschutzerziehung für Kinder und Jugendlichen haben sich die Jugendfeuerwehr und unsere Kids-Feuerwehr in den Kindertagesstätten und in der Schule unseres Ortes präsentiert.

Im Sommer beteiligten wir uns an der Durchführung der Veranstaltung „leuchtende Fontänen“ in Pätz. Ein Ereignis, das viel Wasser bewegte, wofür wir unsere Technik zur Verfügung gestellt haben.

Einen vollen Terminkalender hatte auch unsere Wettkampfmannschaft. Fast an jedem Wochenende von Mai bis September waren sie unterwegs und präsentierten ihr Können auf den verschiedensten Wettkämpfen im Land.

Auch die Ergebnisse beweisen von Zeit zu Zeit mehr den gezeigten Einsatz. So konnte der ein oder andere Pokal mit nach Hause gebracht werden. Die schönste TS bundesweit haben wir auch, was der überdimensionale Pokal auf der Schrankwand beweist.

Im Oktober des letzten Jahres wagten wir uns auch in einem neuen Gebiet und veranstalteten gemeinsam mit dem Feuerwehrverein das erste Schulzendorfer „TS-Blasen bei Nacht“. 18 Mannschaften aus dem gesamten Land wettstreiteten in völliger Dunkelheit miteinander.

Eine sehr gelungene Veranstaltung, die uns landesweit viel Lob einbrachte.

Ausblick auf das laufende Jahr

Auch im Jahr 2009 werden wir ein verstärktes Augenmerk auf die Ausbildung unserer Kameradinnen und Kameraden legen.

Hierzu haben wir einen Übersichtsplan erstellt, der uns jederzeit den Stand der Ausbildung eines jeden einzelnen aufzeigt.

Die bereits geführten Einzelgespräche über die Vorstellungen und Erwartungen eines Jeden haben den Bedarf für die nächsten Jahre an Ausbildungsplätzen auf Kreisebene und an der LSTE gezeigt.

Besonders müssen wir die Spezialisierung im ABC-Bereich vorantreiben sowie neue Führungskräfte ausbilden. Die ersten Weichen haben wir gestellt.

Nun, in diesem Jahr wollen wir auch endlich den Fahrzeugersatz für unseren Hilfsrüstwagen willkommen heißen. Die Hubarbeitsbühne hatte uns in der Vergangenheit viel Arbeit und das ein oder andere graue Haar hinterlassen.

Doch ab ca. Juni soll es in den Einsatzdienst übernommen werden. Die letzten Hürden dazu werden wir auch noch irgendwie meistern.

Ein neues Fahrzeug bietet immer die Gelegenheit der Bevölkerung auch dieses zu präsentieren.

Unser letzter Tag der offenen Tür ist bereits mehr als 5 Jahre her.

Daher planen wir für den Sommer / Spätsommer einen Tag der offenen Tür ein, der auch einen Höhepunkt darstellen soll.

Die Vorbereitungen dazu werden wir nach dem Osterfeuer angehen.

Im Oktober soll es wieder in der Nacht laut werden in Schulzendorf.

Das zweite Schulzendorfer TS-Blasen steht auf dem Programm.

Die Nachfrage ist groß, da wir uns im letzten Jahr bestens präsentiert haben. Natürlich wurde aus den Fehlern der ersten Veranstaltung gelernt und die Konzeption etwas umgestellt. Somit wird dies ein Erfolg, der finanziell keinen ruinieren wird.

Zum Jahresabschluss gehört auch eine vernünftige Weihnachtsfeier dazu.

Leider ist diese im letzten Jahr ausgefallen.

Aber wir sollten gemeinsam alles daran setzen, dass wir wieder eine schöne Veranstaltung, die alles anspricht und zur Teilnahme bewegt, organisieren.

Zum Schluss

Der Abschluss eines Berichtes umfasst auch stets dankende Worte.

Einen besonderen Dank richten wir an das Gemeindeamt, hier Besonders bei Frau Koppe und Frau Lehmann, die all unsere Anliegen wohlwollend prüften und uns stets tatkräftig unterstützt haben.

Weiterhin gilt der Dank an die Gerätewarte, die weit über die Dienstzeitgrenzen hinaus ihre Arbeit verrichten.

Wir haben es bereits erwähnt, dass es ohne Jugendfeuerwehr in der Feuerwehr nicht funktionieren würde. Daher gilt auch unser Dank an die Jugendfeuerwehrwartin Nicole Schimanski, die jeden Samstag die Betreuung der Kinder und Jugendlichen übernimmt.

Aber auch unsere Kids-Feuerwehr hat sich erfolgreich entwickelt.

Hier gilt ein Dankeschön an Katrin Wiedemann.

Neben den vielen Veranstaltungen und Planungen für 2009, wird der ein oder andere Einsatz natürlich auch auf uns warten.

Wir wünschen uns hierbei, dass alle Kameradinnen und Kameraden gesund aus jedem Einsatz zurück kehren.

Wie schnell sich eine Einsatzfahrt ändert und zum Einsatz wird, mussten wir leider im letzten Jahr erfahren.

Alle von uns waren sehr betroffen, auch wenn die schwersten Verletzungen keinen unserer Kameradinnen und Kameraden betraf.

Daher sei auch hier nochmals der Appell an alle gerichtet, die Fahrt mit dem Privat-PKW zum Gerätehaus nicht mit der Formel 1 zu verwechseln.

Auf 10 Sekunden kommt es nicht an und wenn man sich den Weg, die Zeit und die Geschwindigkeit ausrechnet, kommt man auf nicht einmal 10 Sekunden Ersparnis, wenn man mit 100 km/h durch den Ort rast.

Jeder nimmt sich bitte diese Hinweise zu Herzen. Wir wollen anderen helfen, die in Not geraten sind, wollen nicht selbst zu Unfallopfern werden.

Ich darf mich für die Aufmerksamkeit bedanken!

 

Gut Wehr!


Fenster schließen